Freitag, 7. Februar 2014

Spoiler

für die, die sich hier mal hin verirren:

Küste vor O´ahu, 25. April 2010

Liebes Tagebuch,
mir wurde einst offenbart, dass mein Schicksal geschrieben wurde, noch bevor ich zur Welt kam.
Und genauso wird auch das Leben meiner Tochter Leilani schon vorbestimmt sein, denn bereits heute spüre ich das Mana in ihr, obwohl sie noch nicht mal geboren ist.
Ich selbst hatte in meiner Jugend niemanden an der Hand, der mich in die Magie einwies oder mir erklärte, dass ich dazu auserkoren bin die Kahuna der Noelanis zu sein.
Es war ein langer schmerzvoller Weg zu dem Menschen, der ich heute bin und ich hoffe sehr, dass meine Kleine ein leichteres Leben hat. Ich werde alles in meiner Macht stehende versuchen, damit sie mit dieser Bürde besser klarkommt und verspreche ihr immer zur Seite stehen, auch wenn ich mal nicht bei ihr sein kann.
Vor wenigen Stunden erst gab ich dem Mann meiner Träume mein Ja-Wort und er gab mir das Seine.
Eigentlich könnte ich mein Leben jetzt als perfekt bezeichnen. Neben mir liegt einer der begehrtesten Männer des Pazifischen Ozeans, in meinem Bauch rumort gerade die süßeste Tochter aller Zeiten, doch in meinem Kopf tummeln sich Gedanken voller Sorge …
Sorge darüber, was es mit dem Mana Loa auf sich hat und welche Bürde mein Mana noch für mich bedeuten wird.
Okelani ist vielleicht nur eine Legende, eine alte Geschichte doch bekanntlich steckt in jedem Märchen ein Funken Wahrheit und ich habe Angst davor, dass daraus ein Feuer entstehen könnte.
Ben erzählte mir, dass vor langer Zeit, als hier auf Hawaii noch die alten Götterschwestern wanderten, die Wassergöttin Namaka-o-Kaha 'i einem Mädchen das Leben schenkte.
Zu ihrer Geburt bekam Okelani von ihrem Vater, der ein mächtiger Zauberer war, den Mana Loa geschenkt. Der Ring hat die Macht die Magie seines Trägers zu verstärken.
Als aus ihr eine junge Frau geworden war, wollten die Vulkangöttin Pele und die Schneegöttin Poli´ahu den Mana Loa in ihren Besitz bringen und griffen Okelani an. Während des Kampfes wurde die junge Frau tödlich verletzt. Ihre Mutter legte einen Zauber auf sie, damit ihre Seele in der Zwischenwelt verweilt, bis sie zurückkehren kann. Ein Teil ihres Manas ging jedoch auf ihren Geliebten, einem Krieger namens Koa über und dieser gab die Macht an sein erstgeborenes Kind weiter.
Zum Schutze seiner Tochter sprach Koa einen Bann über den Ring aus, der dafür sorgt, dass dessen volle Magie sich erst wieder entfaltet, wenn er und Okelani wieder im Diesseits vereint sind.
Einige Zeit später schnitt er sich aus Sehnsucht nach ihr, die Pulsadern auf und sprach die Worte ‘Wenn das Herz und die Seele sind vereint, kehrt die Eine, die verloren scheint, heim.’ Diese sind seitdem auf dem Ring eingeprägt.
Das Mana Okelanis wurde von jeher nur an einen Hiapo, also Erstgeborenen weitervererbt. Als meine Urgroßmutter Iho Ki jedoch Zwillinge gebar, wurde es auf zwei Kinder aufgeteilt.
Die eine Hälfte ging an ihre Tochter Leyla, die sie wiederum an ihre Tochter Leanne weitergab. Von ihr hat Ben die Magie übernommen.
Die andere Hälfte ging an meinen Großvater Keanu und als dieser meine Großmutter Elisabeth schwängerte, vermachte er sein Mana an meinen Vater Johannes. Noch bevor Keanu von der Schwangerschaft erfuhr, musste er jedoch nach Hawaii zurück und so erfuhr er erst letztes Jahr davon, dass er einen Sohn hat.
In meinem Vater, als auch in mir, vereinen sich die magischen Kräfte der Halbgöttin Okelani mit denen von anderen europäischen Gelehrten. Denn, wie ich erfahren habe, stammt nämlich auch meine Großmutter Elisabeth von großen Hexen und Zauberern ab.
Die Magie ist tief in mir verwurzelt und Gott allein weiß, wie viel Macht wirklich in mir fließt und ob ich wirklich die Reinkarnation Okelanis bin.
Ich habe große Angst … Angst davor die Auserwählte zu sein …
Aber mehr noch fürchte ich mich davor, dass Leilani ‘die Eine die verloren scheint’ sein könnte.
Ben jedoch sagte vorhin zu mir, dass das nur gelten würde, wenn sie sein erstgeborenes Kind ist. Zuerst hatten mich seine Worte verletzt doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr hoffe ich, dass sie es nicht ist. Denn wenn sie es ist … wenn Ben ihr leiblicher Vater ist, vereinen sich meine Kräfte mit den Seinen in ihr.


Oh Himmel, ich bete darum, dass Toms ihr Vater ist …

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