Samstag, 5. Januar 2013

7 Facetten


Mana Loa ~ Familienbande ist ein mystisch, sinnlich-erotischer Liebesroman mit einem Hauch von Thriller und einer Prise Humor

Mystisch:

Sofort nahm er meine Hände und führte sie an seine Schläfen. »Konzentrier dich auf den Tag, der dein Leben änderte, dann siehst du, was ich weiß ...«

Ich hatte noch nicht einmal den ersten Gedanken gefasst, da sah ich die Kartenlegerin in der schlecht beleuchteten Grotte auf dem Steinboden sitzen. »Ein Mädchen ... vom Leben gezeichnet ... belegt mit einer Gabe ... auserkoren, um zu ändern ... was die Vergangenheit bewahrt und die Zukunft bereithält ... Berührt von der Liebe eines Mannes, dessen Leben in ihren Händen weilt ... begibt sich auf eine Reise ... zu sich selbst«, murmelte sie.
Ihre bereits schon trüben Augen verdunkelten sich zusehends und die klare Flüssigkeit, die vor ihr in einer Holzschüssel stand, begann zu sieden. Die Alte sprach nun mit einer völlig fremden Singstimme »Berichtige ihr Leben. Ihr Schicksal entscheidet über die Welt!«
Die Fackeln, die zuvor nur noch glommen, standen nun wieder in Flammen und ließen den Raum hell erleuchten. Ihr Blick klärte auf und sie erhob sich, um zu dem Altar zu gehen, der hinter ihr an der Wand stand.
»Ka La `Ano Ka La maika` i«, sagte sie.
»Wofür ist heute ein guter Tag?«, fragte ich mit einer männlich herben Stimme.
Die Greisin drehte sich zu mir um. »Hea mai i ke aumoe
»Iho Ki, du sprichst wieder einmal in Rätseln. Welcher Schlaf lockt dich in der Nacht?«
Selig lächelte sie mich an. »Der ewige Schlaf.«
Unwillkürlich richtete ich mich auf und straffte meine Muskeln. »Du meinst, du wirst heute Nacht sterben?«


Sinnlich-erotisch:

»Du hast mir gefehlt, Engel. Ich hätte es keinen Tag länger ohne dich ausgehalten«, offenbarte er mir, während er seine Hände unter meinen Po schob, um diesen dann anzuheben.

Gespannt schaute ich ihn an. Was hat er v ... Ah ist das ...

Meine Gedanken wurden durch mein Stöhnen unterbrochen. Tom liebkoste mich zwischen den Schenkeln. Seine Küsse fühlten sich warm und feucht auf meiner heißen Haut an. Sie trieben die Glut in mir voran, bis ich vor Verlangen schrie: »Ich will ... Dich ... Jetzt!«

Und ich bekam, was ich wollte. Und obwohl ich es wollte, trafen mich die Hitze und seine Sehnsucht nach mir, völlig unvorbereitet. Mein ganzer Körper wurde von qualvollen Wellen des Glücks durchzogen. Qualvoll, weil jede Welle ein noch größeres Verlangen nach ihm und seinen Berührungen auslöste. Mein ganzes Gewicht wurde von meinen Schultern getragen. Unfähig, mich zu bewegen, konnte ich mich ihm nur entgegenstemmen, um ihn noch tiefer in mir aufzunehmen, bis er unter meinem lauten Stöhnen ganz in mir versank. Ich spürte, wie ich ihn fest in mir einschloss, während die Wellen nach und nach an Kraft verloren.



Liebesroman:
Ich erwartete das Schlimmste: dass er gehen würde.
Stattdessen schaute er mir tief in die Augen und hauchte: »Ich würde dich gerne küssen, darf ich?«
Ich nickte kaum merklich.
Es war ein sanfter leiser Kuss, fast wie ein Flüstern und dennoch reichte er, um in meinem Innern einen gewaltigen Sturm auszulösen. Ich ließ mich leicht sinken.
Wie konnte ich nur so lange darauf verzichten?, fragte ich mich. Nein, ich darf es nicht zulassen, er wird mich verführen und dann verlassen, wie Daniel. Oder noch schlimmer: Er wird mich demütigen und verletzen, wie Markus. Selbst Simone sagt, dass er nicht gut für mich ist. In mir war ein Hin und Her der Gefühle ausgebrochen. Tom nicht! Er wird mich nicht benutzen, erniedrigen oder mir sonst irgendwie wehtun. Nein, wenn er es gewollt hätte, dann ...
Als ich meine Augen wieder öffnete, sah er mich verwirrt an. »So schlimm?«
Ich wiegte leicht den Kopf hin und her.
Einen Bruchteil einer Sekunde später lagen seine Lippen wieder auf den meinen. Dieser Kuss war schon fordernder und doch genauso sanft, wie der vorherige. Langsam spielte seine Zunge mit meinen Lippen. Ich wagte es meinen Mund einen Spalt weit zu öffnen, und ließ sie hinein. Das Gefühl, welches sich in mir ausweitete, war mir bekannt, allerdings hatte ich vergessen, wie schön es war.


Thriller:

Vor mir hielt ein dunkler Jeep. Die Tür öffnete sich. »Steig ein!«, befahl mir eine raue Stimme. Ich folgte der Aufforderung. Die Tür knallte zu und der Wagen setzte sich in Bewegung. Ich versuchte den Fahrer zu erkennen, doch der Wagen war zu dunkel. Die getönten Scheiben ließen kein Licht herein. Still fuhren wir von den Klippen fort.

Erst an der Einfahrt zum Airport hielt der Wagen an.

Ich stieg aus und drehte mich noch einmal um. »Wir sehen uns in ein paar Wochen in Moskau, Mon Amour«, flüsterte ich, mit einer mir unbekannten Stimme.

Aus dem Inneren des Wagens ertönte erneut die raue Stimme. »Pass auf dich auf Liebling. Wenn er auch nur die leiseste Ahnung hat ... Gott ... ich wusste bisher nicht, zu was er fähig ist ... Was wird er dann wohl mit dir anstellen?«

Ich fasste mir an mein linkes Auge: Es fühlte sich heiß, geschwollen und blutverkrustet an. »Es ist schon nicht mehr so schlimm. Er wird mich nicht suchen, dafür habe ich gesorgt.«

Ein Arm griff zu mir herüber, am Ringfinger befand sich ein Silberring mit den Initialen C. N. Ich nahm die Hand und führte sie an meine Lippen, um sie zu liebkosen. »Danke für alles Mon seul Amour ... Du bist meine einzige Liebe.«

Der Arm wurde wieder eingezogen und ich schlug die Tür zu. Der Wagen fuhr an. Zum Abschied winkte ich und verschwand dann selbst in der Dunkelheit.




Humor:
Die Fackeln fingen an, unruhig zu flackern und die Kerzen auf dem Altar erloschen.
Unruhig sah ich mich um, doch Iho Ki blieb ganz still und murmelte: »Meine Zeit wird knapp ...« Sie wurde kreidebleich und knickte ein.
Im letzten Moment konnte ich sie gerade noch auffangen, bevor sie auf den harten Boden aufkam.
»Bitte Peni‘amina«, flüsterte Iho Ki. »Bewahre ihn für sie auf«, bat sie mich. Sie fummelte an ihrer linken Hand herum und zog den Ring ab. »Übergebe ihn ihr und erzähle ihr von Okelani ... Aber bleib bei der Wahrheit, damit sie auch versteht, warum sie diesen Ring mit ihrem Leben verteidigen muss.«
Ein derber Windhauch ließ die Fackeln erzittern und löschte die Kerzen, die auf dem Boden standen. Iho Ki ließ sich davon anscheinend nicht beirren, denn sie hielt mir jetzt den Ring mit zittriger Hand entgegen »Nimm ihn und schwöre mir, dass sie ihn von dir erhält.«
Erneut blies ein Wind durch den Raum und die erste Fackel erlosch.
Ich nahm den Ring an mich und flüsterte: »Ich schwöre es dir bei den ‘aumakua
»Mahalo, jetzt kann ich in Frieden gehen«, lächelte sie und stand auf, als wenn nichts gewesen wäre.

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